Nach den langen Wegen am Eidgenössischen Turnfest in Lausanne fühlte sich das Turnfest in Kerzers beinahe wie Heimspiel an. Viele Rooter reisten bereits am Freitagabend an und genossen die Tatsache, dass dieses Jahr alles schön nah beieinander lag. Statt Busfahrpläne zu studieren und quer durch die Stadt zu reisen, konnte man gemütlich über das Festgelände schlendern.

So blieb genügend Zeit, bekannte Gesichter zu treffen, gemeinsam anzustossen und die Feststimmung aufzusaugen. Natürlich durfte auch ein erster Besuch auf der Tanzfläche nicht fehlen. Ob diese bereits am Freitagabend an ihre Belastungsgrenze gebracht wurde, lässt sich heute nicht mehr eindeutig klären.
Anders als in den vergangenen Jahren konnten unsere Geräteturner dieses Mal leider nicht ins Wettkampfgeschehen eingreifen, da wir keine Startplätze für unsere Barren- und Stufenbarrenprogramme erhalten hatten. Damit ging es uns allerdings wie vielen anderen Vereinen. Zum Glück konnten wir unsere Geräte-Programme bereits Ende Mai bei der Vorführung in der Turnhalle Root einem grossen Publikum präsentieren.


Dank des hartnäckigen Einsatzes unserer Oberturner konnten wir dafür kurzfristig in verschiedenen Leichtathletik-Disziplinen nachrücken. So stand einem Start am Turnfest trotzdem nichts im Weg.
Am Samstagmorgen wurde es dann ernst. Bereits um 6.20 Uhr hiess es Tagwache in der Turnhalle, die für dieses Wochenende unser Zuhause war. Viel Zeit zum Wachwerden blieb nicht, denn schon kurz darauf wurden Schlafsäcke zusammengerollt und die ersten Wettkampftaschen gepackt. Auch unsere Gspändli, die direkt von Zuhause anreisten, waren zu dieser Uhrzeit bereits unterwegs Richtung Kerzers.


Den Auftakt machten um 8 Uhr unsere Weitwerfer und Weitspringer. Die vier Werfer erzielten eine Note von 7.41 Punkten. Damit blieben sie knapp unter dem Vorjahresresultat von 7.58. Aus zuverlässiger Quelle wurde berichtet, dass man nach einigen Würfen die Geräte zuerst im hohen Gras wiederfinden musste. Offensichtlich hatte nicht jeder mit der gleichen Flugweite gerechnet.


Beim Weitsprung, einer Disziplin, in der wir erstmals am Turnfest antraten, resultierte eine Note von 6.57.
Um 10 Uhr stand bereits die nächste Premiere auf dem Programm. Unsere sechs Läufer traten erstmals in der Pendelstafette an.



Bei Temperaturen um die 30 Grad wurde der Wettkampf auf dem Acker zu einer schweisstreibenden Angelegenheit. Die Mühe zahlte sich jedoch aus: Mit einer Note von 7.47 wurde die Pendelstafette gleich zur besten Rooter Disziplin des Tages.
Den Abschluss bildete um 12.30 Uhr der Schleuderball. Unsere Werfer erreichten dabei eine Note von 6.61 Punkten. Im Vergleich zum Vorjahr mit 6.70 Punkten ein leicht tieferes Resultat.


Die etwas bescheideneren Noten lassen sich allerdings einfach erklären: Wegen der Baustelle für unserer neue Turnhalle waren die Trainingsmöglichkeiten im Freien auch dieses Jahr alles andere als optimal. Die Tatsache, dass überhaupt trainiert werden konnte, war teilweise schon eine kleine Disziplin für sich.

Nach getaner Arbeit stand dann das wichtigste Regenerationsprogramm des Wochenendes an: Abkühlung. Und dieses Thema wurde bei uns gewohnt seriös angegangen. Mit kalten Getränken, Wasserflaschen, Wasserpistolen und teilweise auch unfreiwilligen Besuchen im Pool kämpften wir erfolgreich gegen die sommerlichen Temperaturen.



Am Abend wurde dann wieder gefeiert. Schliesslich muss man ein erfolgreich absolviertes Turnfest angemessen ausklingen lassen. Für einige endete der Abend spät, für andere sehr spät und für wenige erst am nächsten Morgen.



Am Sonntag stand mit dem Fahnenlauf noch der letzte Einsatz des Wochenendes auf dem Programm. Unser Fähnrich Lachs gab nochmals alles und vertrat die Rooter Farben mit vollem Einsatz.


Danach hiess es zusammenpacken und die Heimreise antreten. Ein intensives, heisses und unterhaltsames Turnfest ging zu Ende. Jetzt freuen wir uns auf die wohlverdienten Sommerferien, bevor es schon bald wieder ans Training für die nächsten Herausforderungen geht.
